Was uns umtreibt

Design Thinking

Vom letzten Biss des Hundes

Als Kommunikationsagentur stehen wir oft am Ende einer ganzen Reihe von Prozessen: Produktentwicklung, Strategie, Vertrieb, etc. Das heißt, meistens muss es dann ganz schnell gehen. Design, Marketing, Kampagne, Feuer frei. Das ist nach unserer Erfahrung beim kleinen Mittelständler genauso wie beim Konzern. Dabei gibt es mittlerweile so schöne neue Begriffe: integriertes Design, iterative Prozesse, agile Steuerung. Hört sich alles gut an, in der Therorie. Meistens scheitert das Ganze dann doch an einem Faktor: Den beteiligten Personen. Menschen denken gerne hierarchisch und linear, neigen zur Silo-Bildung und die wenigsten (auch nicht die besseren 50%) sind »multitasking-fähig«. Kein Vorwurf, wir sind ja auch welche. 

Aber Produkte werden spezifischer, Entwicklungen komplexer, Zielgruppen differenzierter und Märkte härter. Wir kommen um integrierte Entwicklungsprozesse nicht herum. Wir glauben, dass Designagenturen von Beginn an im Boot sitzen sollten. Bei der Produktkonzeption und der Produktentwicklung, bei der Vertriebsstrategie sowieso. Egal ob Service, Software, Investitions- oder Konsumgut. Ein schnelles »Jetzt Machen« wird weder Ihrer langwierigen und kompexen Produktgestaltung gerecht, noch lässt es uns unser volles Potential entfalten. 

Menschen denken gerne hierarchisch,
neigen zur Silo-Bildung und die wenigsten
sind »multitasking-fähig«.

Wettbewerbe und Ausschreibungen

Pitch Black – Das schwarze Loch des Wettbewerbs

Wir sind Designer. Wir wollen das besser Gedachte, das besser Gemachte. Wir wollen verglichen werden, wir brauchen die Vergleichbarkeit. Aber wir sind nicht auf dem Kindersportfest. Wir sind Profis, die hart arbeiten und lang trainiert haben. Und wir möchten unsere Mitarbeiter anständig bezahlen. Das heisst: Wir machen auch Pitches. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen:

  1. Ein Pitch muss klar umrissen sein: Mit ausführlichem Briefing und sinnvollem Umfang (Ein gesamtes Corprate Design kann man nicht mal so eben »an-skizzieren«)
  2. Es muss eine überschaubare, bekannte Anzahl von Mitbewerbern geben (Machen Sie sich die Arbeit des Vorab-Screenings. Wählen Sie zwei Agenturen aus, die zum Pitch antreten. Mehr nicht. Es lohnt sich.)
  3. Ein Pitch muss in einem vernünftigen Zeitraum stattfinden (Nein, wir präsentieren nicht übermorgen, weil danach alle im Urlaub sind.)
  4. Ein Pitch muss anständig honoriert sein! Eigentlich selbstverständlich. Für alle, die das in Frage stellen: Lassen Sie sich einen Probehaarschnitt umsonst machen? Gehen Sie ins Gourmet-Restaurant und wollen erstmal 3 Gänge umsonst, bevor Sie sich für alle 7 Gänge entscheiden? Wir arbeiten unter Umständen mehrere Wochen an einem Wettbewerbsbeitrag. Immer mit vollem Einsatz. Das kostet Ressourcen und Zeit.
  5. Die Entwürfe, die in einem Pitch entstanden sind, gehören uns, solange Sie nicht vollständig mit allen Nutzungshonoraren vergütet sind.

Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft gibt es nichts umsonst. Unsere Honorare und Angebote kalkulieren wir so, dass wir wettbewerbsfähig sind und davon leben können. Möglicherweile bezahlen Sie bei Ihrer Agentur den ein oder anderen Pitch ja mit. 

Nein, wir präsentieren nicht übermorgen,
weil danach alle im Urlaub sind.

Design einkaufen

Dienstleister ja, am besten Partner, kein Lieferant

Wir gehen mit unseren Kunden teils langjährige Beziehungen ein. Wir kennen uns. Wir vertrauen uns. Das ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir sehen uns als Problemlöser, die dafür sorgen, dass deren Unternehmen oder Produkt erfolgreicher wird. Dafür arbeiten wir hart und – um das Klischee zu bedienen – auch bis spät am Abend und am Wochenende, wenn es mal wieder eng wird. Bei uns gibt es nichts von der Stange, bei uns wird alles frisch gedacht. Wir haben weder Stechuhr noch Roboter. Diese Art von Arbeit und Engagement kann man nicht wie Schrauben einkaufen. 

Design kann man nicht
einkaufen wie Schrauben.

Nutzungsrechte

Offene Daten? Offen verhandelbar!

Es machen zwei Worte die Runde: »offene Daten«. Bei der Anfrage, im Vertrag, im Pitch. Ein Passus scheint auf wundersame Weise durch die Welt zu wabern: Am Ende des Projektes sind alle Entwürfe und Layouts als »offene Daten« zu übergeben. Wir sollen also unsere Indesign-Dateien oder unsere Photoshop-Composings an unsere Auftraggeber übergeben. Frage: wenn Sie einen Tisch bei einem Schreiner bestellen, fordern Sie ihn nach Lieferung auf, seine gesamten Werksplanungen und -zeichnungen zu übergeben. Möchten Sie kostenlos Zugriff auf sein Spezialwerkzeug? Soll er Ihnen die CAD-Daten umsonst übergeben, damit Sie dann selber günstig Tische produzieren können?

Wir liefern Ideen, Konzepte und fertige Produkte wie Broschüren, Websites oder Logos. Unsere »offenen Daten« sind unsere Spezialwerkzeuge. Es steckt eine Menge Know-How und Erfahrung in der Erstellung unserer Arbeits-Dateien, optimiert für unseren Workflow. Das ist unser geistiges Eigentum, hart erarbeitet. Warum sollten wir das verschenken?

Wir haben leider nichts zu verschenken.

Suchen und Finden

SEO – Das Grauen hat ein Schlagwort

Wussten Sie schon: Google ist das Internet. Mussten wir auch lernen. Deswegen stopfen wir jetzt alles mit Keywords voll, bis die Keyword-Strategie qualmt. Schnell noch ein Progrämmchen drüberlaufen lassen. Mist, hier noch eine h2 rein. Puh, geschafft. Stil: Nebensache. Lesevergnügen? Was für digitale Immigranten mit Print-Abo. Performance ist, was zählt, Tick-Tack, der Counter läuft, auf zum nächsten Lead (auch wenn er nichts wert ist oder ein Robot). Die Zugriffszahlen stimmen, hurra, call me to action!

Geht’s auch anders? Wir glauben ja. Wir arbeiten selbstverständlich mit Keyword-Strategien und SEO-Analysen. Klar wollen wir, dass Ihre Websites sichtbar sind und gefunden werden. Und dass Sie verkaufen. Wir wollen aber auch Unverwechselbarkeit und Aufenthaltsqualität (das ist übrigens in deutsch sowas Ähnliches wie User-Experience) schaffen und gute Texte, die kluge Menschen gerne lesen. Denn gute Texte sind auch gut gestaltet. Also: An alle SEO-Experten und an alle zahlengetriebenen CEOs: Habt vertrauen, wir machen das schön, gut und nützlich. 

Übrigens: Diese Seite hat 100/100 SEO-Punkten, sagt mir mein SEO-Dingens. 

Hurra, Call me to Action!

Kreativität

Ihr wollt so sein wie die? Dann werdet so mutig wie die.

Das Kochen im eigenen Saft ist wie ein heißes Bad am Wochenende. Wohlig warm und entspannend. Man wird aber ein wenig matschig im Kopf. Kennt jeder, wir auch. Unser Job ist es, sowas bei uns gar nicht erst aufkommen zu lassen. Schwer genug. Unsere Kunden haben es da noch viel schwerer, gefangen im Alltag und in Sachzwängen sieht man da den Baum vor lauter Wäldern nicht mehr. Oder so. Und so kommt es, dass man jahrelang berät und neue Ideen präsentiert, die dann leider nur wir für saugut halten. Die Argumente: Das sind wir nicht, das kann ja Apple oder Sixt so machen, aber nicht wir, wir sind Mittelstand, das ist zu cool, zu abgefahren, zu schön(!), wir verschrecken damit unsere Kunden. So wollen wir nicht gesehen werden. Und dann eines schönen Tages kommt der – mit einem latent spürbaren Vorwurf der Routine unterlegte – Hinweis auf eine ganz tolle Sache von, naja z.B. von Apple. »Haben Sie das schon gesehen, toll. Das wär ja was«. Naja, denkt man sich, hätte ich auch jahrelang einfach das Flipchart vollquasseln können. So what, jetzt los, lasst uns was Großes machen. Das Budget muss gar nicht so groß sein. Und dann: »Ja, schon schön, aber das kann ja vielleicht Apple machen, aber wir doch nicht.« Merken Sie was? Henne, Ei.

Wohlig warm und ein
wenig matschig im Kopf.

Schein und Sein

Marke ist nicht, wenn alles gleich ist.

Wir leben in unruhigen Zeiten. Da kann man sich schon schnell nach etwas Gleichförmigkeit sehnen. Und wir leben in Zeiten unglaublicher Vielfalt: *Experten-Vielfalt (*: zu ersetzen mit Marken-, Marketing-, Performance-, User-Experience-, Userbility-, SEO-, ...). Wenn die einen alle so richtig durchexpertiert haben, kann’s einem schon schwindelig werden. Und bevor wir jetzt alles haarklein breittreten und uns unser eigenes Expertentum raushängen lassen, ganz schnell: Simplizität ist nicht Eintönigkeit, Stringenz ist nicht Ideenlosigkeit und Wiedererkennbarkeit ist nicht Uniformität. Frei nach Otl Aicher: Derselbe Teig ergibt nicht die gleiche Nudel.

Derselbe Teig ergibt
nicht die gleiche Nudel.